Archive for the ‘Agenturen’ Category

Neues Netzwerk für die Welthungerhilfe

8. Februar 2011

Die Deutsche Welthungerhilfe geht neue Wege im Internet. Von der Agentur virtual identity in Freiburg (www.virtual-identity.com) hat sie ein Netzwerk namens „123WIR – das Netzwerk der Welthungerhilfe“ entwickelt das „das neue Wir-Gefühl im Web“ vermitteln soll. Über die Plattform sollen sich Spender mit Projektverantwortlichen und Gleichgesinnten vernetzen und austauschen können. Spender erhalten über Blogs, Videos und Bilder Einblicke in die Projekte und den Einsatz Ihrer Spenden. Der Nutzer erhält über einen zeitschriftenähnlich konstruierten, leicht durchzublätternden elektronischen Auftritt einen Blick auf alle wichtigen Informationen über die neuesten Projekte, Unterstützeraktionen, aktuelle Aktivitäten seiner Freunde sowie Bilder der Foto-Galerie. Der Nutzer kann einzelne Projekte und Aktionen im Überblick auf einer Kartenansicht sehen und gelangt von dort aus zu den detailierten Informationen. Wie das aussieht kann man hier einsehen.

Maecenata: Spannende Zukunft

6. August 2009
Spannende Zukunft
Das Maecenata begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Rupert Graf Strachwitz war damals angetreten mit der Vorstellung, Grundlagenarbeit, Beratung und Dienstleistungen für Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen anzubieten und damit auch Geld zu verdienen, nicht nur für sich selbst, sondern auch für das von ihm gegründete gemeinnützige Maecenata-Institut. Seine Erfahrungen lagen in der gemeinnützigen Arbeit, und da gab es wahrhaftig genug zu beraten und zu begleiten. Nur Zahlen wollten wenige, denn alle taten ja nur Gutes. Dass ein nicht geringer Teil derjenigen, die heute Gutes tun, davon auch leben müssen, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber noch viel mehr. Maecenata GmbH, Maecenata International e.V. und Maecenata-Institut haben bewiesen, dass man gemeinnützige Forschungsarbeit leisten kann, ohne parteiisch zu sein. Vielleicht fiel es ihm deshalb so schwer, große Partner zu finden, die den Unabhängigen auf Dauer fördern wollten. Auch zum Bundesverband Deutscher Stiftungen gab es stets eine gewisse Distanz.
Konsequenterweise hat sich das Institut mit einer angesehenen staatlichen Einrichtung, der Humboldt-Universität in Berlin, verbunden und ist jetzt ein An-Institut, dass sich aber, wie der Gründer schreibt, „nach wie vor in einer prekären finanziellen Situation“ befindet. Die Arbeit wird von Stiftungen und Gönnern finanziert, wenn auch nicht kontinuierlich.
Auf Dauer ist die schöne Idee von der absoluten Staatsferne eine Illusion. Auch in dem für Deutschland in vielen Fällen genutzten Vorbild Großbritannien ist der Staat Regulator und in hohem Maße Geldgeber für den Nonprofit-Sektor. Auch in den USA ist der dritte Sektor keineswegs staatsfrei, wenn auch mit öffentlichen Mitteln stets gegeizt wird. Der Staat fördert jede Gabe für wohltätige Zwecke mit großzügigen Steuererleichterungen, reguliert die Transparenz der Gaben über die Finanzbehörde IRS und droht immer wieder mit noch schärferen Kontrollen, wenn Spendenskandale ruchbar werden, die in den USA eher häufiger vorkommen als bei uns.
Eine dauerhafte Forschung im Nonprofit-Sektor in Deutschland ohne staatliche Unterstützung ist kaum denkbar. Universitäre Einrichtungen können Forschung auf Dauer absichern, staatliche Subventionen können kontinuierliche Spendenforschung, beispielsweise unter dem Dach des DZI, ermöglichen, Gesetze können regulieren und schützen. Wir sehen das gerade an den fehlenden Sammlungsgesetzen, die die meisten Bundesländer zur Vermeidung überflüssigen Bürokratieaufwands gestrichen haben. Der graue Markt der Spenden-Akquisiteure wendet sich den Bundesländern zu, in denen die Sammlungskontrollen am laschesten gehandhabt werden, und meidet andere wie Rheinland-Pfalz, in denen es funktionierende Kontrollen gibt und auch Kontrolleure, die warnende Hinweise an die Öffentlichkeit nicht scheuen und oft die einzige Handhabe für lokale Behörden in anderen Bundesländern geben, unlautere Sammlungen wenigstens örtlich zu verbieten.
Eines der Hauptprobleme der Förderer bürgerschaftlichen Engagements wird jetzt darin bestehen, den Menschen den Glauben an die Allmacht des Staates wieder zu nehmen. Die jüngste Finanzkrise hätte in die große finanzielle Katastrophe gemündet, hätten die Regierungen Europas und der USA wie auch der anderen Welthandelsmächte nicht sofort ins Finanzsystem eingegriffen und zu Lasten künftiger Generationen Mittel und Bürgschaften eingeschossen, von denen sich viele Bürger fragen, woher sie so plötzlich kommen. In Deutschland sind ungeheure staatliche Konjunkturprogramme aufgelegt worden. Wer jetzt nach dem privaten Sektor und den Philanthropen gerufen hätte, wäre ausgelacht worden.
So kann es sein, dass bürgerschaftliches Engagement und Philanthropie bei uns weiterhin nur das Tüpfelchen auf dem i bleiben, das sich eine luxusverwöhnte Gesellschaft dann leistet, wenn sie schon alles hat  und der Staat momentan wirklich nicht gebraucht wird. Dass das auf Dauer der Fall sein wird, ist eher unwahrscheinlich.
Rupert Graf Strachwitz hätte also besser von einer Sisyphos-Aufgabe oder einer Herkules-Arbeit reden können, wenn er auf 20 Jahre Maecenata zurückblickt. Sie wird nicht enden und immer schwer bleiben.Das Maecenata begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Rupert Graf Strachwitz war damals angetreten mit der Vorstellung, Grundlagenarbeit, Beratung und Dienstleistungen für Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen anzubieten und damit auch Geld zu verdienen, nicht nur für sich selbst, sondern auch für das von ihm gegründete gemeinnützige Maecenata-Institut. Seine Erfahrungen lagen in der gemeinnützigen Arbeit, und da gab es wahrhaftig genug zu beraten und zu begleiten. Nur Zahlen wollten wenige, denn alle taten ja nur Gutes. Dass ein nicht geringer Teil derjenigen, die heute Gutes tun, davon auch leben müssen, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber noch viel mehr. Maecenata GmbH, Maecenata International e.V. und Maecenata-Institut haben bewiesen, dass man gemeinnützige Forschungsarbeit leisten kann, ohne parteiisch zu sein. Vielleicht fiel es ihm deshalb so schwer, große Partner zu finden, die den Unabhängigen auf Dauer fördern wollten. Auch zum Bundesverband Deutscher Stiftungen gab es stets eine gewisse Distanz.
Maecenata begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Rupert Graf Strachwitz war damals angetreten mit der Vorstellung, Grundlagenarbeit, Beratung und Dienstleistungen für Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen anzubieten und damit auch Geld zu verdienen, nicht nur für sich selbst, sondern auch für das von ihm gegründete gemeinnützige Maecenata-Institut. Seine Erfahrungen lagen in der gemeinnützigen Arbeit, und da gab es wahrhaftig genug zu beraten und zu begleiten. Nur Zahlen wollten wenige, denn alle taten ja nur Gutes. Dass ein nicht geringer Teil derjenigen, die heute Gutes tun, davon auch leben müssen, hat sich inzwischen herumgesprochen. Aber noch viel mehr. Maecenata GmbH, Maecenata International e.V. und Maecenata-Institut haben bewiesen, dass man gemeinnützige Forschungsarbeit leisten kann, ohne parteiisch zu sein. Vielleicht fiel es ihm deshalb so schwer, große Partner zu finden, die den Unabhängigen auf Dauer fördern wollten. Auch zum Bundesverband Deutscher Stiftungen gab es stets eine gewisse Distanz.
Konsequenterweise hat sich das Institut mit einer angesehenen staatlichen Einrichtung, der Humboldt-Universität in Berlin, verbunden und ist jetzt ein An-Institut, dass sich aber, wie der Gründer schreibt, „nach wie vor in einer prekären finanziellen Situation“ befindet. Die Arbeit wird von Stiftungen und Gönnern finanziert, wenn auch nicht kontinuierlich.
Auf Dauer ist die schöne Idee von der absoluten Staatsferne eine Illusion. Auch in dem für Deutschland in vielen Fällen genutzten Vorbild Großbritannien ist der Staat Regulator und in hohem Maße Geldgeber für den Nonprofit-Sektor. Auch in den USA ist der dritte Sektor keineswegs staatsfrei, wenn auch mit öffentlichen Mitteln stets gegeizt wird. Der Staat fördert jede Gabe für wohltätige Zwecke mit großzügigen Steuererleichterungen, reguliert die Transparenz der Gaben über die Finanzbehörde IRS und droht immer wieder mit noch schärferen Kontrollen, wenn Spendenskandale ruchbar werden, die in den USA eher häufiger vorkommen als bei uns.
Eine dauerhafte Forschung im Nonprofit-Sektor in Deutschland ohne staatliche Unterstützung ist kaum denkbar. Universitäre Einrichtungen können Forschung auf Dauer absichern, staatliche Subventionen können kontinuierliche Spendenforschung, beispielsweise unter dem Dach des DZI, ermöglichen, Gesetze können regulieren und schützen. Wir sehen das gerade an den fehlenden Sammlungsgesetzen, die die meisten Bundesländer zur Vermeidung überflüssigen Bürokratieaufwands gestrichen haben. Der graue Markt der Spenden-Akquisiteure wendet sich den Bundesländern zu, in denen die Sammlungskontrollen am laschesten gehandhabt werden, und meidet andere wie Rheinland-Pfalz, in denen es funktionierende Kontrollen gibt und auch Kontrolleure, die warnende Hinweise an die Öffentlichkeit nicht scheuen und oft die einzige Handhabe für lokale Behörden in anderen Bundesländern geben, unlautere Sammlungen wenigstens örtlich zu verbieten.
Eines der Hauptprobleme der Förderer bürgerschaftlichen Engagements wird jetzt darin bestehen, den Menschen den Glauben an die Allmacht des Staates wieder zu nehmen. Die jüngste Finanzkrise hätte in die große finanzielle Katastrophe gemündet, hätten die Regierungen Europas und der USA wie auch der anderen Welthandelsmächte nicht sofort ins Finanzsystem eingegriffen und zu Lasten künftiger Generationen Mittel und Bürgschaften eingeschossen, von denen sich viele Bürger fragen, woher sie so plötzlich kommen. In Deutschland sind ungeheure staatliche Konjunkturprogramme aufgelegt worden. Wer jetzt nach dem privaten Sektor und den Philanthropen gerufen hätte, wäre ausgelacht worden.
So kann es sein, dass bürgerschaftliches Engagement und Philanthropie bei uns weiterhin nur das Tüpfelchen auf dem i bleiben, das sich eine luxusverwöhnte Gesellschaft dann leistet, wenn sie schon alles hat  und der Staat momentan wirklich nicht gebraucht wird. Dass das auf Dauer der Fall sein wird, ist eher unwahrscheinlich.
Rupert Graf Strachwitz hätte also besser von einer Sisyphos-Aufgabe oder einer Herkules-Arbeit reden können, wenn er auf 20 Jahre Maecenata zurückblickt. Sie wird nicht enden und immer schwer bleiben.

Rückzug

4. August 2009

Die Schweizerische dm.m ag legt ihre Tätigkeit in Deutschland in die Hände der Mutter AZ Direct und zieht sich in die Schweiz zurück. Der Markt wird enger in Deutschland, vor allem für Berater und Agenturen. Wie gut, dass uns die deutsch-schweizerische Zusammenarbeit dennoch erhalten bleibt.

Frische Fundraising-Ideen

27. Juli 2009

Wer frische Fundraising-Ideen sucht, kann nur wieder neidisch nach Großbritannien schauen. Mit der Ideenschmiede SOFII ist Altmeister Ken Burnett und seinen Freunden ein besonderer Coup gelungen. Man schaue sich die Website an und abonniere gleich den kostenlosen Newsletter. Apropos Newsletter hier findet sich bei SOFII eine interessante Diskussion zwischen Tom Ahern (USA) und Sean Triner (Australien) über Fundraising-Newsletter und ihre Wirkung auf die Fördererbindung und Generierung von Spenden. Beide sind für gute Newsletter, und beide sind skeptisch, was die Fähigkeit von NGOs anbetrifft, solche zu produzieren. Tom Ahern:

I’ve looked at hundreds of donor newsletters. Ninety-seven (being generous) out of 100 just suck. They are literally worthless: they produce relatively little donor revenue or retention. The question to ask yourself now is this: Is our donor newsletter among the three that work? A good donor newsletter operates at 70-80 percent effectiveness; it gets almost everything right. Top-producing newsletters are 100 percent effective; they know exactly what they’re doing with every item.

Nur gut, dass beide vermutlich kein Deutsch sprechen. Wer weiß, wie sie Newsletter deutscher NGOs bewerten würden. Wer sich manche anschaut, fragt sich in der Tat, ob die NGO mal den Versuch einer Evaluierung gemacht hat.

Noch schlimmer steht es allerdings um die textliche Gestaltung unserer deutschen Spendenmailings. Immer wieder die gleichen falsch klingenden Geschichten von Pedro, der natürlich anders heißt, im Slum, der mit 15 seine kranken Eltern und fünf Geschwister ernähren muss; von den 40 Euros, mit denen man einer Familie im kenianischen Flüchtlingslager eine Hütte bauen kann. „Die Leute spenden doch, egal was Du ihnen schreibst,“ mutmaßte noch vor zehn Jahren ein bekannter Fundraiser. Heute würde das niemand mehr sagen. Aber die Erkenntnis, dass man gute Leute zum Texten braucht, die gründlich gebrieft sein müssen, dass Texte authentisch sein müssen, dass man Texte testen muss, bevor man sie an Tausende schickt, scheint sich nur mühsam durchzusetzen. Und dass Agenturen an Personal sparen, merkt man. Der Natur- und Tierschutz-Mix in ähnlicher Verpackung unter jeweils anderen Namen, dem man die Handschrift derselben Agentur ansieht, ist keine Seltenheit. Ansprechende Grafik, aber Texte mit dem Informationswert eines Losverkäufers auf der Kirmes.

I’ve looked at hundreds of donor newsletters. Ninety-seven (being generous) out of 100 just suck. They are literally worthless: they produce relatively little donor revenue or retention.
The question to ask yourself now is this: Is our donor newsletter among the three that work? A good donor newsletter operates at 70-80 percent effectiveness; it gets almost everything right. Top-producing newsletters are 100 percent effective; they know exactly what they’re doing with every item.

Dienstleister in der Krise?

22. Juli 2009

Die Wirtschaftskrise dürfte nicht spurlos an den Fundraising-Dienstleistern vorübergehen. Höre gerade, dass eine der größeren Fundraising-Agenturen pleite ist. Andere halten sich als Fassade aufrecht: Fast nur freie Mitarbeiter, großer Kundenkreis, zurzeit aber wenige Aufträge. Kein Wunder, denn in schweren Zeiten sind in Organisationen angestellte Fundraiser gehalten, mehr selbst zu machen, anstatt nach Fremdleistungen zu rufen. „Wozu haben wir denn einen Fundraiser eingestellt?“ oder „Wozu haben wir Ihnen die Fortbildung finanziert?“ bekommen manche zu hören. Schlecht ist das nicht. Denn Fundraising muss in erster Linie von innen kommen, wenn es authentisch sein soll. Besser ist, wenn eine Organisation selbst Fachleute einstellt und sie auf Dauer hält, als kurzfristige Aufträge für alles und jedes an Dritte zu vergeben. Natürlich muss sich nicht jeder ein eigenes Call Center, einen eigenen Lettershop, eigene Druckerei, eigene Gafik aufbauen, und Kaltadressen sucht man auch bei qualifizierten Adressfirmen. Doch die inhaltliche Gestaltung sollte im Haus gemacht verbleiben.

Hajo Hönig

25. März 2009

Hajo Hönig wird Geschäftsführer SAZ Dialog AG Europe. Seine Laufbahn zeigt, wie unsinnig es ist, scharf zwischen Fundraisern in  Agenturen und NGOs zu trennen. Denn Wechsel finden in beide Richtungen statt. Hajo hat für den Naturschutzbund Deutschland, die Deutsche Umwelthilfe, das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes, Amnesty International und Ärzte ohne Grenzen gearbeitet, bevor er ins Agenturfach wechselte. Er ist nach wie vor Prüfer bei der Fundraising Akademie, und wenn sich ihm etwas Passendes geboten hätte, wäre er sicherlich auch zu einer NGO gegangen. Einer eigenen Fachgruppe „Anwender“ innerhalb des Deutschen Fundraising Verbands bedarf es nicht, weil es da eine große Interessensvielfalt gibt, die schwer unter einen Hut zu bringen ist. Allerdings wäre es nicht schlecht, wenn sich bestimmte Dienstleistungssektoren zu Fachgruppen oder Arbeitskreisen zusammenfänden, etwa die selbstständigen Fundraisingberater (hier ist ein erster Versuch gescheitert) oder die Telemarketer oder die Allround-Agenturen.

Freundliche Herrren

23. März 2009

Wer sind nur all die Herren, die sich zwecks gemeinsamer Agenturleistungen zum SynTrust Fundraising Netzwerk zusammengetan haben? Agenturen scheinen es an sich zu haben, namenlos zu arbeiten. Vielleicht weil das Personal so häufig wechselt? Also: http://www.syntrust.org/netzwerk.html könnte durchaus eine Bildunterschrift gebrauchen.