Lästiges Telefonmarketing

Telefonmarketing will gelernt sein. Wie oft bekomme ich Anrufe, in denen mir für Spenden gedankt wird. Danach folgt fast mechanisch die Frage, ob meine Adresse noch stimmt, vielleicht auch die nach dem Geburtsjahr.  Und dann kommt ebenso regelmäßig die Frage, ob ich nicht noch mehr geben wolle. „Sie spenden für …  jetzt 150 Euro im Jahr. Aber der Winter ist so kalt, die Heizkosten für die Erdbebenopfer auf Haiti so hoch und das Leben so teuer, dass wir Sie fragen möchten, ob es nicht ein bisschen mehr sein kann,“ bittet die freundliche Stimme am anderen Ende, die mir gerade noch gedankt hat und jetzt schon eine ganze Spur weinerlicher klingt. Das Leben wird auch bei mir teurer, und dass die Leute in Haiti jetzt frieren müssen, kann ich aus langjährigem Aufenthalt ganz in der Nähe der von Katastrophen geschüttelten Insel nicht recht nachvollziehen. Ich sage also erstmal nein.

Wie einfach wäre es doch gewesen, mir wirklich nur zu danken und mich zu fragen, ob ich noch Wünsche an … habe.

Manchmal wundere ich mich auch über den Dialekt der Anrufer. Manchmal ist er leicht sächselnd, manchmal klingt er nach Niederbayern. Für Leute im Frankfurter Raum wenig vertrauenserweckend. Warum nimmt man nicht einfach Leute aus dem Raum, in dem die Förderer wohnen? Oder Leute, die Hochdeutsch sprechen. Die Bereitschaft von Angerufenen, sich telefonische Werbung anzuhören, ist ohnehin gering. Warum muss man es ihnen dann auch noch schwer machen und der Organisation teuer?

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