Friendraising – Die eigene Blockade überwinden

Man muss einfach die Amerikaner fragen, um wieder auf dem Boden der Tatsachen des Fundraisings zu kommen. Ungefragt gibt kaum jemand etwas, selbst wenn es sich um die beste Sache der Welt handelt. Menschen wollen gebeten werden, Gutes zu tun, vor allem die Großspender; denn wer ungefragt gibt, ist auch uneingeschränkt mitverantwortlich für das, was mit dem Geld geschieht („Selbst schuld“). Wer gefragt wird und dann gibt, kann immer noch Distanz wahren und auch mal Nein sagen. Mark Lutz, Chef der Großspendenarbeit bei oppurtunity international (oi) in den USA, macht seinen Großspendern, die er zum Teil seit fünfzehn Jahren kennt, deutlich:  „Ich bin dein Freund, aber ich bin es, weil ich Dich nach Geld für eine gute Sache frage. Nicht für mich, sondern für andere“. So beschrieb er beim Fundraising-Treff in Bielefeld die Besonderheit in der Beziehung zwischen ihm und seinen Spendern. Die Menschen, so sein dringender Rat an die deutschen Kollegen, wollen gefragt werden. Das sei seine Aufgabe, seine „passion“. Ganz konkret frage er auf ein Projekt hin. „Du gibst fünftausend Dollar, damit 30 Frauen Arbeit haben. Du bist es, der das erreichen kann! Aber wenn Du nichts gibst, was ist dann mit den 30 Frauen?“ schilderte er in Kurzform einen Dialog. Zum Fragen gehöre sicher auch, die eigene Blockade zu überwinden. Das jedoch, so Lutz, falle leicht. „Man fragt ja nicht für sich, und deshalb ist die Nachfrage nach Spenden auch nicht unverschämt.“ (Quelle: FundStücke Ausgabe 182, 29.01.2010). Und dass das in der Hauptsache direkt per Telefon geht und nicht mit schönen Briefchen aus weiter Ferne, sei hinzugefügt.

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