Haiti – Hilflose Helfer

Angesichts der Katastrophe in Haiti, der Hilflosigkeit der Helfer und der einzigen Hoffnung, nämlich auf ein umfassendes Eingreifen der Staatsmächte, kommt man schon ins Grübeln, was die Effektivität von Spenden angeht. Bei der Hilfe nach den größten öffentlichen Katastrophen der jüngsten Zeit, der globalen Finanzkrise,  der Kriege rund um den Kongo mit Millionen von Opfern, der Tsunami-Welle von 2006, den Anschlägen von 11. September 2001, spielten Spenden eine eher untergeordnete Rolle. Letztlich war es stets staatliches Eingreifen, das die Zukunft rettete. 230.000 Tote des Tsunami und 200.000 oder mehr in Haiti haben von den Spenden nichts mehr. Beim Wiederaufbau ist Geld nicht alles. Im Gegenteil erhöht finanzielle Hilfe fast automatisch die Preise ins Unerschwingliche. Bankrotte Staaten werden von staatlichen Hilfen vor Chaos, Bürgerkrieg und Untergang gerettet, nicht mehr von den Selbsthilfekräften der eigenen Bewohner oder Spenden Auswärtiger. Wenn die USA jetzt einen Marshall-Plan für Haiti aufstellen – auch um sich vor Millionen von Flüchtlingen zu schützen – spielen NGOs sicherlich bei der Verteilung eine Rolle, aber nicht bei der Bildung von Infrastruktur und dauerhaft gesicherten Verhältnissen. Keine NGO wird die Bewohner Haitis veranlassen können, beim Wiederaufbau endlich auf Erdbebesicherheit zu achten und für eine gerechte Verteilung der Fördermittel zu sorgen. Die größte Enttäuschung der Haitianer und ihrer ausländischen Helfer in diesem und im letzten Jahrzehnt war ausgerechnet ein Salesianer-Pater, der sich dann  doch nur fast wie Papa Doc aufführte.

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