Archive for Dezember 2009

Christoffel Blindenmission geht mutig mit der Blindheit um

27. Dezember 2009
Christoffel-Blindenmission-Plakat

Christoffel-Blindenmission Plakat

Von der Bensheimer Christoffel Blindenmission CBM haben wir schon viele interessante Plakate gesehen, zum Teil stark provozierend, auf jeden Fall aber aus der Fülle der Charity-Plakate herausragend. Die Zeit „zwischen den Jahren“ wird von Plakataufstellern gerne für solche Plakate genützt, denn andernfalls müssten viele Tafeln, Litfaßsäulen und City Lights leer bleiben oder mit Eigenwerbung belegt werden.

Natürlich kostet auch solche Plakatwerbung Geld, denn die Plakate müssen ja erst produziert werden. Aber für bekannte Organisationen lohnt sich der Einsatz, denn selbst bei flüchtigem Hinschauen wissen Förderer sofort, um welche Organisation es sich handelt und können entsprechend handeln, am Besten natürlich gleich per Handy spenden oder zu Hause den liegen gebliebenen Zahlschein ausfüllen.

Schwimmende Krippenkarte

8. Dezember 2009
Das schwimmende Krippenboot

Schwimmende Krippe von Don Bosco

Wasser für die schwimmende Krippe

Wasser für die schwimmende Krippe

Faltbare Krippen gibt es viele in der Post dieser vorweihnachtlichen Tage. Da muss man sich schon etwas Besonderes einfallen lassen, damit sie von den Empfängern wirklich ausgepackt und aufgestellt werden. Ein Beispiel für eine originelle Idee ist die schwimmende Krippe der Don Bosco Mission, Bonn. Das von Einheimischen in Kolumbien gestaltete Motiv zeigt landestypisch die Flucht der Heiligen Familie mit dem Boot auf einem See in den lateinamerikanischen Anden. Schönen Advent, also, und das Spendenkonto der Don Bosco Mission ist 1078002 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00. Ich hab’s ausprobiert. Es klappt.

Warum sich Wohltäter und Journalisten so nahe stehen

7. Dezember 2009

Für die Redaktion „Zapp“ des Norddeutschen Rundfunks fragte mich die Interviewerin, warum sich Journalisten und Vertreter gemeinnütziger Organisationen so nahe stehen. Die Antwort ist eigentlich einfach und doch kompliziert, weil noch wenige so recht wahrgenommen haben, dass es tatsächlich eine gewisse und für Nonprofit-Organisationen eigentlich günstige Art von Komplizenschaft zwischen Medienschaffenden und Wohltätern gibt. Während normalerweise alles Negative den Nachrichtenwert steigert, besonders natürlich Katastrophen und Fehltritte von Politikern und/oder Prominenten, ist das beim Gutes Tun anders. Hier entspricht es den Erwartungen der Journalisten und der „breiten Öffentlichkeit“, dass das Gute siegt, natürlich nicht ohne Widrigkeiten und Hindernisse, aber letztlich dennoch ein Happy End hat.
Man erlebt es immer wieder in Filmen, dass Gutes gegen unglaubliche Widerstände getan wird und sich schließlich durchsetzt. Das glückliche Paar umarmt sich, die frommen Ordensschwestern sind vor dem Konkurs gerettet, der gute Held hat die Kinder in letzter Minute gerettet. Mitarbeiter wohltätiger Organisationen dienen als Ersatzhelden, die stellvertretend für andere, die das physisch, zeitlich oder fachlich nicht könnten, weltweit oder in der näheren Umgebung Gutes tun. Wenn sie dabei von Medien begleitet werden, sind die Journalisten auch immer Teil der guten Taten und sorgen dafür, dass die Förderer zufrieden sind und neue hinzukommen. Bei Spenden-Galas im Fernsehen werden Wohltäter und Wohltaten-Empfänger oft zusammengebracht, sodass die ebenfalls wohltätigen Zuschauer hautnah miterleben, wie ihre substitutiven Gaben sich auswirken. Das schafft Authentizität.

Ansonsten braucht man nur in jeden beliebige Lokalausgabe von Tages- und Wochenzeitungen zu schauen, um Berichterstattung über wohltätiges Tun auszumachen, nicht nur zur Weihnachtszeit. Überall werden Schecks überreicht, Sponsorenläufe für gute Zwecke veranstaltet, Theaterstücke mit Erlös für gute Zwecke aufgeführt.
Deshalb können Journalisten es nicht zulassen, dass ein paar schwarze Schafe den schönen Schein durchbrechen oder wohltätige Vereine und sonstige Organisationen unter Generalverdacht stehen, mit Geldern, Sachspenden oder ehrenamtlicher Zuarbeit nicht sorgfältig genug umzugehen, nicht vertrauenswürdig zu sein. Dann wird gerne darauf verwiesen, wie verschwenderisch Firmen und die öffentliche Hand mit Geldern umgehen und der Missbrauch von anvertrauten Mitteln bei gemeinnützigen Organisationen sich weit unterhalb des Üblichen bewege.
Journalisten werden gerne selbst zu Helden der Wohltätigkeit und verfügen auch über die Mittel, dies ohne großen eigenen Aufwand einem großen Publikum mitzuteilen. Aktion Mensch, ARD-Fernsehlotterie, Weißer Ring, Cap Anamur sind journalistische Schöpfungen mit großem Erfolg. Jede Zeitung, jeder Seder, der etwas auf sich hält, hat eigene Weihnachtsaktionen.
Es gibt hier für Medienforscher einiges zu untersuchen. Man müsste zum Beispiel beobachten, wie sich Negativberichte über Wohltätigkeitsorganisationen, etwa der von der „Frankfurter Rundschau“ angestoßene Fall UNICEF, auf andere Medien übertragen und  zum  größeren Thema werden.  Meine These ist, dass dies relativ langsam und nicht immer konsequent erfolgt.

Siehe auch http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/spenden120.html

Macht Spenden glücklich?

5. Dezember 2009

Klar. Spenden kann den Empfänger der Spende glücklich machen. Aber wenn

Spenden macht glücklich

Spenden macht glücklich - Ich bin glücklich

die Parole „Spenden macht glücklich“ auf Fundraising-Kongressen und -Fachtagungen auftaucht, meinen die Experten den glücklichen Spender. Macht es das wirklich? Stellt sich der „warm glow“, das innere Wohlgefühl, wirklich ein, wenn man etwas gibt? Ich glaube eher, dass das direkte, selbstlose Helfen, also wenn man jemandem, der sich nicht selbst helfen kann, auf die Beine hilft, wenn man Jugendlichen ein Job vermitteln konnte, wenn man zwei Menschen wieder miteinander versöhnt hat, wenn man die abgelaufene Parkuhr eines Fremden heimlich nachgezahlt hat, als ihm der Strafzettel drohte, wenn man der gestürzten alten Dame Erste Hilfe leistet und sie zum Krankenhaus fährt, wenn man dem idyllischen Stadtviertel einen Betonklotz erspart hat und die Leute dafür dankbar sind – dann stellt sich Wohlgefühl ein. Aber Geld oder Sachspenden geben und innerlich Freudengefühle bekommen? Bei mir hat sich’s in jahrelangen Selbstversuchen nicht ergeben. Ich bin – bedingt auch durch mein lokales Engagement – Mitglied oder Dauerförderer von mehr als dreißig Vereinen, Vorsitzender von zweien, Kassierer eines dritten, Kuratoriumsmitglied eines vierten. Jedes Jahr versuche ich vergeblich, die Liste der Engagements zu kürzen und mich davonzuschleichen. Doch die Zwecke sind alle wichtig, und vor allem wären die Vereine sauer auf mich, wenn ich sie „im Stich“ ließe. In einige bin ich als Fundraising-Berater hineingeraten. Es sah wie ein bezahlter Auftrag aus und endete mit Forderungsverzicht und einer Mitgliedschaft. Die Anliegen sind so toll, die Leute so lieb,  jung und begeistert.

Ich glaube, dass der glückliche Spender eine seltene Spezies ist. Die einen geben, weil sozialer Druck sie dazu treibt, andere aus Mitleid, Dankbarkeit, Engagement für das Anliegen, auch im ganz eigenen Interesse, aus Geltungssucht, Überlegenheitsgefühl – die Psychologen kennen noch eine ganze Reihe weiterer Motive und wissen sie alle zu deuten. Aber Glück und Freude am Spenden an sich, am Gutes Tun? Vielleicht bei denen, die schon alles haben, die Geld im Überfluss besitzen?  Bei denen gerade nicht. Wer sich die Wohltätigkeitsbälle der Reichen ansieht, wird kaum auf die Idee kommen, dass ihnen die bespendeten Anliegen viel bedeuten. Beim Gutes Tun gesehen werden ist alles. Wohltätigkeit als Zeitvertreib. Die Arbeit machen eh die anderen.

Natürlich bin ich lernfähig. Vielleicht haben einige, die diese Zeilen lesen, die Wohltäter/innen mit den begeisterten Augen kennen gelernt. Vielleicht haben Leute wie Henry A. Rosso ihnen erfolgreich beigebracht, auf sanfte Art „the joy of giving“ zu wecken. Vielleicht spielt es auch gar keine Rolle, ob sich jemand an seinen guten Taten erfreut oder eher Gewissensbisse hat, dass er oder sie so leicht und ohne eigene Verluste geben kann. Hauptsache man hilft.