Drangvolle Enge

Bin gerade mit meinem Versuch gescheitert, nach drei Jahren mal wieder einen Vortrag auf dem Fundraising-Kongress zu halten. „Im Rahmen der Programmzusammenstellung haben wir  aus fast 60 Vorschlägen zehn  Veranstaltungen für den Kongress ausgewählt. Leider ist Ihr Paper nicht in die engere Wahl gekommen,“ flötet es aus dem Kongressbüro. „Wir würden uns sehr freuen, Sie dennoch beim Kongress begrüßen zu dürfen.“ Natürlich werde ich den Herrn vom Kongressbüro mit seiner Freude alleine lassen müssen. Wenn sich geschätzte 600 zahlende Teilnehmer in zehn Veranstaltungen quetschen, herrscht sowieso drangvolle Enge.

Informieren wollte ich über das Thema „Täglich eine halbe Stunde  – So bleibt man über alles informiert.“ Fundraiserinnen und Fundraiser haben wenig Zeit, sich über ihr Fachgebiet auf dem laufenden zu halten, wenn sie im Job sind. Selbst auf Akademien, Seminaren und Kongressen erworbenes Wissen altert rasch. Nach wie vor gilt: Wer die Erfahrungen anderer nützt und eigene weitergibt, sich an den richtigen Stellen vernetzt und informiert und hin und wieder auch einen Blick auf die Wissenschaft wirft, erspart sich viel unnötige Arbeit, kann gegenüber Vorständen und Auftraggebern überzeugender argumentieren und erzielt bei Spendern und Sponsoren sichere Erfolge.
Wie kann man sich zeitsparend informieren? Welche Bücher, Fachzeitschriften, Internetseiten, Blogs, Netzwerke sollte man regelmäßig nutzen, was kann man sich ersparen? Welche englischsprachigen Angebote lohnen die Mühen regelmäßiger Lektüre? Wo recherchiert man, um  Fachinformationen rasch und autoritativ zu bekommen? Welche Kollegen-Emails beantwortet man am Besten ausführlich?  Wenn man es richtig macht, reicht eine halbe Stunde täglich aus, bestens informiert und vernetzt zu sein.
Zum Vortrag wollte ich aus einer eigenen Umfrage unter Fundraising-Experten berichten, um neben seiner eigenen möglichst viele Meinungen und Erfahrungen einzubringen. Nun ja, vielleicht ein andermal – an anderer Stelle.

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3 Antworten to “Drangvolle Enge”

  1. Jörg Reschke Says:

    Klingt eigentlich nach einem spannenden Blogbeitrag 😉

  2. Matthias Daberstiel Says:

    Hallo Herr Müllerleile,

    Auf die Enge bin ich auch schon sehr gespannt. 😉

    Schade, das ein so interessantes Thema nicht dabei ist. Wir würden es begrüßen und sind zu allen Schandtaten bereit.

    Viele Grüße

    Matthias Daberstiel

  3. Dr. Christoph Müllerleile Says:

    Mich wird’s wahrscheinlich veranlassen, überhaupt nicht mehr zum Kongress zu gehen. Sonst kann ich der Versuchung nicht wiederstehen, in den Vorträgen aufzustehen und halbe Koreferate zu halten. Irgendwann weiß man so viel, dass man wenig Neues lernt. Und Aufträge akquiriere ich auf dem Kongress so gut wie keine.

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