Kießling ist tot – seine Verleumder leben

General a. D. Günter Kießling ist tot. „Kießlings Name wurde zum Synonym für eine der peinlichsten deutschen Politaffären“, schreibt die „Welt“ heute. „Dass der westdeutsche Militärische Abschirmdienst (MAD) seinen unrühmlichen Anteil daran hatte, ist unstrittig. Nicht gänzlich geklärt ist, ob die Stasi die Desinformationen über vermeintliche homosexuelle Umtriebe Kießlings lancierte. Der damalige Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) schenkte ihnen jedenfalls anfänglich Glauben.“ Dabei nahm Wörner auch Zuflucht zu zweifelhaften Gestalten der homosexuellen Szene und bekam „erdrückende Beweise“ aus den Kölner Lokalen „Tom Tom“ und „Café Wüsten“, die sich als haltlos herausstellten. Kießling war offenbar einer Verwechselung zum Opfer gefallen, möglicherweise auch einer Stasi-Intrige. Der MAD aber sah sich in der Pflicht, seine „Zeugen“ in Sicherheit zu bringen. Einer davon lebt jetzt als „Wohltäter“ im Ausland und sammelte zumindest zeitweise eifrig Spenden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In seinen Memoiren steht wenig über diesen dunklen Teil seiner Vergangenheit. Und es besteht auch wenig Interesse an Aufklärung, solange der Mann nicht wieder in der deutschen Spendenszene auftaucht. Wenn aber doch, dann wird von Interesse sein, wer dem prozessfreudigen Mann öffentlich Fragen stellt.

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