Warum noch kein DZI-Siegel für UNICEF?

Am 20. Februar 2008 gab das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bekannt, dass es dem Deutschen Komitee für UNICEF das Spenden-Siegel entzogen habe. Nach einem Vorstandswechsel und transparenterem Jahresbericht hätten viele erwartet, dass UNICEF das Siegel bald wieder bekommt. Aber im aktuelle Verzeichnis vom August 2009 ist das Hilfswerk immer noch nicht unter den 249 Siegelinhabern. Kann es sein, dass Unicef das Siegel noch nicht beantragt hat? Kann es sein, dass UNICEF das Siegel garnicht mehr für erforderlich hält, um an Spenden zu gelangen? Groß waren die Einbrüche trotz der „Affäre“ sowieso nicht. Oder ist das Hilfswerk wieder durch die Ritzen der DZI-Ansprüche gefallen? Wer kein Siegel beantragt, dem kann es weder verweigert oder entzogen werden. Es wird Zeit, dass die Zertifizierung für alle gilt, die aus ihrem Gemeinnutz steuerliche Vorteile ziehen, und nicht nur für die, die es unbedingt brauchen. Die Neuzugänge, die das „Bulletin 1/09“ des DZI meldet, sind nicht gerade berauschend. Der bekannteste ist die Hilfsaktion Märtyrerkirche vom Bodensee, die in die Jahre gekommen ist. Das Deutsche Rote Kreuz und der Deutsche Caritasverband sind nur mit den Bundesverbänden, nicht aber mit hunderten von selbstständigen Teileinheiten vertreten; zurückhalten ist auch die Diakonie. Arbeiter Samariterbund und Malteser fehlen völlig. Die Deutsche Behindertenhilfe – Aktion Mensch und Stiftung Deutsches Hilfswerk sehen offenbar keinen Grund, sich das Siegel anzutun, der Deutsche Vereins für öffentliche und private Fürsorge sowieso nicht. Die Liste lässt sich unendlich verlängern.

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4 Antworten to “Warum noch kein DZI-Siegel für UNICEF?”

  1. Ulla Fricke Says:

    Hallo,
    Es kann gute Gründe geben, kein Siegel zu beantragen. Wir (www.donboscomission.de) sind gerade im Beantragungsprozess und vom DZI hat man uns eine etwa einjährige Bearbeitungsphase mitgeteilt. Unsere alten Kontrollgremien (Beirat, etc) müssen völlig umstrukturiert werden und den Bestimmungen des DZI angepasst werden. So ein Prozess braucht Zeit und kostet Geld- Geld das später die Verwaltungsausgaben erhöht und Spender mitunter verärgert. Dazu kommen die jährlichen Kosten für das Siegel, die uasgeweitete externe Wirtschaftsprüfung, etc. Da wir zudem wie viele andere Hilfswerke auch, eine internationale Struktur haben, betrifft die Beantragung nicht nur uns alleine, sondern übergeordnete internationale Gremien. Wir halten das Siegel für wichtig- aber damit ist eben ein sehr hoher Aufwand und eben auch Kosten verbunden.

    • fundraisingbeobachter Says:

      Das Senden-Siegel lohnt sich trotzdem, weil Medien und Firmen danach fragen, Medien, wenn sie einen Spendenaufruf veröffentlichen wollen oder sollen, Firmen, bevor sie ins Sponsoring oder ans Spenden gehen. Die Verantwortlichen wollen sich absichern. Natürlich bringt es auch der Organisation selbst einiges, denn die DZI-Vorgaben basieren auf über 100 Jahren Erfahrung mit dem NPO-Sektor.

  2. Das ist sehr einseitig Says:

    Nur mal zur Info, das Siegel kostet Geld, und zwar prozentual vom Spendenvolumen. Es gibt sehr viele Organisationen, die bewusst darauf verzichten, denn das Geld kommt letztlich vom Spender.

    • fundraisingbeobachter Says:

      Klar kostet das Geld. Deswegen lohnt es sich nur für Organisationen, denen das Siegel auch einen ein Vielfaches einbringt, zum Beispiel wenn sie nur dann in eine Fernsehsendung aufgenommen werden, wenn sie auch Siegel haben.

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