Spenden in Deutschland

Ich lese gerade das interessante Werk „Spenden in Deutschland – Analysen, Konzepte, Perspektiven“ von Eckhard Priller und Jana Sommerfeld. In den letzten Jahren hat sich auf dem Gebiet der Spendenforschung einiges getan, vor allem dank Priller und Sommerfeld und der im Buch publizierenden Autoren.
Der Beitrag „Spendermotive und Spendenpotenziale“ zeigt, dass sich weder das eine noch das andere mit Telefonumfragen ermitteln lässt. Ich hatte Herrn H. schon davor gewarnt, als er noch mit der damaligen BSM, heute Fundraising Verband, darüber sprach. Als ich ihn später um Zahlen für einen Vortrag beim Fundraising Kongress bat, hat er den Hörer aufgelegt. So weit zum Thema Dialogfähigkeit.
Spendermotivation sind sehr vielschichtig. Kaum jemand wird am Telefon sagen, dass er gibt, weil er Wert darauf legt, dass sein Name in der Zeitung zu lesen ist oder weil es ihm aus gesellschaftlichen Gründen opportun erscheint oder weil für die undankbaren Erben nichts bleiben soll oder weil er von Freunden dazu gedrängt wird. Genauso wenig werden wirkliche Altruisten sagen, sie seien eben so gestrickt, dass sie Mitleid mit allem und jedem haben, ohne zu wissen warum. Die Geizigen werden nicht zugeben, dass sie geizig sind. Schon wenn ich jemandem am Telefon erklären wollte, was ich mit Spenden meine, etwa auch Sach- und Zeitspenden, den Euro für die Spendenbüchse in der Tankstelle, die Elternspende für die Klassenkasse, aber nicht den Kauf von UNICEF-Karten oder im Wohltätigkeitsbasar, würden viele nicht mehr zuhören. Ich selbst könnte am Telefon spontan nicht sagen, wie viel ich in den vergangenen 12 Monaten gespendet habe.
Da sind die Ansätze der Markt- und Zielgruppenbeobachtung der GfK interessanter und zuverlässiger, auch wenn sie niedrigere Spendenbereitschaft und -summen signalisieren als etwa der Emnids Spendenmonitor, der ganz auf die subjektive Einschätzung der Befragten baut. GfK hat große Erfahrung mit dem Monitoring. Hier kommen auch die Einschaltquoten fürs Fernsehen her. Wer würde einem Interviewer schon freiwillig sagen, dass er sich überwiegend Sex- und Gewaltfilme ansieht.  Die Teleskopie bringt es an den Tag, anonym, aber einigermaßen zuverlässig. Vor allem die aus GfK-Erkenntnissen resultierende Zielgruppensegmentierung ist wichtig fürs Fundraising. In Zeiten eines überbordenden Datenschutzes ist es schwieriger, an valide Adressen heranzukommen. Die Gebiete, in denen die besten Spender etwa für Kultur- und Denkmalschutz wohnen, lassen sich leicht ausmachen und mit entsprechendem Adressmaterial verbinden.
Dass das DZI zur zentralen Stelle für Spendenstatistik werden soll, ist ein guter Vorschlag. Ohne öffentliche Mittel geht das kaum. Der hochgelobte Freiwilligen-Survey  wurde fast vollständig aus öffentlichen Töpfen finanziert. Und Prillers Arbeitgeber WZB wird es ja auch. Die schöne Situation, dass ein zumindest damals wohlhabender Lobbyverband wie der AAFRC in den USA sich entschließt, eine nationale Studie „Giving USA“ ins Leben zu rufen, die sich dann sogar noch Gewinn bringt, haben wir nicht. Auch alle größeren Studien und Erhebungen in Großbritannien kommen nur Dank öffentlichen Finanzierungshintergrunds zustande, allerdings unter  hoher freiwilliger Beteiligung von Fachleuten aus allen Bereichen, und natürlich besonders vieler renommierter Fundraiser.
Ich lese gerade das interessante Werk „Spenden in Deutschland – Analysen, Konzepte, Perspektiven“ von Eckhard Priller und Jana Sommerfeld. In den letzten Jahren hat sich auf dem Gebiet der Spendenforschung einiges getan, vor allem dank Priller und Sommerfeld und der im Buch publizierenden Autoren.
Der Beitrag „Spendermotive und Spendenpotenziale“ zeigt, dass sich weder das eine noch das andere mit Telefonumfragen ermitteln lässt. Ich hatte Herrn H. schon davor gewarnt, als er noch mit der damaligen BSM, heute Fundraising Verband, darüber sprach. Als ich ihn später um Zahlen für einen Vortrag beim Fundraising Kongress bat, hat er den Hörer aufgelegt. So weit zum Thema Dialogbereitschaft.
Spendermotive sind sehr vielschichtig. Kaum jemand wird am Telefon sagen, dass er gibt, weil er Wert darauf legt, dass sein Name in der Zeitung zu lesen ist oder weil es ihm aus gesellschaftlichen Gründen opportun erscheint oder weil für die undankbaren Erben nichts bleiben soll oder weil er von Freunden dazu gedrängt wird. Genauso wenig werden wirkliche Altruisten sagen, sie seien eben so gestrickt, dass sie Mitleid mit allem und jedem haben, ohne zu wissen warum. Die Geizigen werden nicht zugeben, dass sie geizig sind. Schon wenn ich jemandem am Telefon erklären wollte, was ich mit Spenden meine, etwa auch Sach- und Zeitspenden, den Euro für die Spendenbüchse in der Tankstelle, die Elternspende für die Klassenkasse, aber nicht den Kauf von UNICEF-Karten oder im Wohltätigkeitsbasar, würden viele nicht mehr zuhören. Ich selbst könnte am Telefon spontan nicht sagen, wie viel ich in den vergangenen 12 Monaten gespendet habe.
Da sind die Ansätze der Markt- und Zielgruppenbeobachtung der GfK interessanter und zuverlässiger, auch wenn sie niedrigere Spendenbereitschaft und -summen signalisieren als etwa der Deutsche Spendenmonitor, der ganz auf die subjektive Einschätzung der Befragten baut. GfK hat große Erfahrung mit dem Monitoring. Hier kommen auch die Einschaltquoten fürs Fernsehen her. Wer würde einem Interviewer schon freiwillig sagen, dass er sich überwiegend Sex- und Gewaltfilme ansieht.  Die Teleskopie bringt es an den Tag, anonym, aber einigermaßen zuverlässig. Vor allem die aus GfK-Erkenntnissen resultierende Zielgruppensegmentierung ist wichtig fürs Fundraising. In Zeiten eines überbordenden Datenschutzes ist es schwieriger, an valide Adressen heranzukommen. Die Gebiete, in denen die besten Spender etwa für Kultur- und Denkmalschutz wohnen, lassen sich leicht ausmachen und mit entsprechendem Adressmaterial verbinden.
Dass das DZI zur zentralen Stelle für Spendenstatistik werden soll, ist ein guter Vorschlag. Ohne öffentliche Mittel geht das kaum. Der hochgelobte Freiwilligen-Survey  wurde aus öffentlichen Töpfen finanziert. Und Prillers Arbeitgeber WZB wird es ja auch. Die schöne Situation, dass ein zumindest damals wohlhabender Lobbyverband wie der AAFRC in den USA sich entschließt, eine nationale Studie „Giving USA“ ins Leben zu rufen, die überall zitiert wird und sogar noch Gewinn bringt, haben wir nicht. Auch alle größeren Studien und Erhebungen in Großbritannien kommen nur Dank öffentlichen Finanzierungshintergrunds zustande, allerdings unter  hoher freiwilliger Beteiligung von Fachleuten aus allen Bereichen, und natürlich besonders vieler renommierter Fundraiser.
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