Me too-Stiftung

Wer kümmert sich nicht alles um krebskranke Kinder. Wenn es je gute Zwecke gegeben haben sollte, die weniger umstritten sind, dann die Sorge um Kinder mit Schicksalskrankheiten. Gegen Hilfe für unschuldige Kinder, die ohne eigenes oder fremdes Verschulden von schlimmen Krankheiten getroffen werden, können nur Zyniker sein.

Kein Wunder, dass sich in diesem Felde viele tummeln und helfen wollen. Me too-Helfer eben. Und es gibt viele unter uns Fundraisern, die wohlhabenden Charityladys  gerne unter die Arme greifen. Wenn also Marlene Schickedanz mit ihrem guten Namen und damals noch unmäßig reich 1990 eine Stiftung für krebskranke Kinder gründet, dann wäre es doch gelacht, wenn da nicht auch für Dienstleister Geld herausspringen könnte. Also werden Mailings verschickt ohne Sinn und Verstand. Eine halbe Million angeblich jedes Jahr in den letzten drei Jahren. Aber bitteschön, wer soll denn einer Milliardärin dabei helfen, als Wohltäterin zu glänzen, wenn sie die Millionen eigentlich bisher locker aus der Portokasse aufbringen konnte? 3,8 Millionen Euro hat die Stiftung nach eigenen Angaben im Laufe der 19 Jahre ihres Bestehens für Forschung und Sorge um krebskranken Kinder und Jugendliche erübrigt. Nicht viel, würde man angesichts der Möglichkeiten der prominenten Gründerin, Werbung im eigenen unternehmerischen Umfeld zu platzieren, sagen. Seit ein paar Jahren werden fremde Kleinspender gesucht. Per Mailings, also fast ohne größeren Eigenaufwand.  Aber es sind wohl zu wenige, die anbeißen, denn „Spiegel online“ berichtet unter Berufung auf Stefan Lopfingers Charitywatch.de, dass Aufwand und Ertrag in keinem vor den Spendern zu rechtfertigenden Verhältnis stehen. Kaum die Hälfte der eingeworbenen Spenden soll krebskranken Kindern oder denen, die sich um sie kümmern, zugutekommen. Ein Gutteil landet bei Dienstleistern.

Die lauteren Motive von Frau Schickedanz, eine solche Stiftung zu gründen, sollen übrigens nicht in Zweifel gestellt werden. Eine leukämiekranke Tochter hat sie mit dem Schicksal krebskranker Kinder konfrontiert. Niemand hat etwas dagegen, wenn sie in ihren Kreisen um Spenden bittet und die Stiftung in aller Stille so ausstattet, dass dauerhaft geholfen wird. Doch wer in der breiten Öffentlichkeit sammelt, muss sich öffentlicher Kontrolle stellen, und manchmal auch der Kritik.

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