Wendelin Wiedekings Spende

Man reibt sich schon verwundert die Augen. Erst war von einer Abfindung von 90, dann gar von 250 Millionen Euro die Rede. Jetzt sind es „nur“ noch 50 Millionen, und mehr als die Hälfte davon will er spenden.

Es ist schon aberwitzig, was da passiert, und bringt das Mäzenatentum auch noch in Verruf. Denn Wiedeking rächt sich mit seiner „Spende“ zunächst einmal an der Journalistenzunft, indem er ihr suggeriert: Ihr habt mich zwar kräftig demontiert, seid im Vergleich zu meinem Einkommen aber alle Hungerleider, und im Falle der Not profitiert ihr sogar von meiner Großzügigkeit. Dem Sozialfonds der Landespresse Baden-Württemberg, der Stiftung der Hamburger Presse und dem Verein Kollegenhilfe niedersächsischer Journalisten will er je 500 000 Euro zukommen lassen. Die Spenden sollen entsprechend den jeweiligen Satzungszwecken der Unterstützung Not leidender Journalisten im Alter dienen. Ausgerechnet in Regionen, aus denen der Hauptteil der Berichterstattung über Wiedeking kam.

Allerdings bekommen die Sozialwerke der Journalisten letztlich nur Peanuts. Von der Vergabe weiterer Wohltaten durch den Zuffenhausener Mäzen in Höhe von 25 Millionen Euro werden wir immer wieder lesen und hören. Und wer verbreitet’s dann? Not leidende Journalisten.

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